Alle Beiträge von Angela Slama

Podhagskygasse

Campo Breitenlee

Campo Breitenlee / Podhagskygasse

© expressiv.at

Campo Breitenlee / Podhagskygasse

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Campo Breitenlee

Die Bauträger ÖVW – Österreichisches Volkswohnungswerk und Mischek streben für ihr gemeinsames Bauvorhaben „Campo Breitenlee“ in der Podhagskygasse im 21. Wiener Gemeindebezirk eine klimaaktiv Gebäudezertifizierung und das bauökologische Prüfsiegel „bauXund schadstoffgeprüft“ an.

Der CAMPO Breitenlee „gemeinsam wohnen“ ist das erste Plus-Energie-Quartier für Wien-Donaustadt. Das Projekt ist das Siegerprojekt des Bauträgerwettbewerbs Podhagskygasse III, das mit einem zukunftsfähigen Energiekonzept, das auf 100% erneuerbare Energie setzt, überzeugen konnte. Als Architekturbüros sind Synn Architekten und Treberspurg & Partner beauftragt.

„Wir freuen uns, dieses zukunftsweisende Wohnprojekt vom Wettbewerb über die Planung und das klimaaktiv Audit bis zum Ende der Bauphase in vielfältiger Art und Weise begleiten zu dürfen“, sagt bauXund-Geschäftsführer Dr. Thomas Belazzi. „100% erneuerbare Energien, klimaaktiv Silber Zertifikat und Bauökologie nach den strengen Vorgaben des bauXund-Prüfsiegels sind wichtige ökologische Eckpfeiler dieses besonderen Projekts.“

Das bereits in Bau befindliche Wohnprojekt hat auf etwa 22.000 m2 Nutzfläche 324 Eigentums- und Mietwohnungen, einen viergruppigen Kindergarten, eine Arztpraxis sowie diverse Gemeinschaftsräume. Weiters wird es drei Apartments für Gäste oder Besucher:innen ebenso geben wie eine Fahrradwerkstatt und ein gemeinsam mit den Bewohner:innen entwickeltes Mobilitätskonzept.

Beim klimaaktiv Audit ist die Vorzertifizierung bereits abgeschlossen. Die insgesamt sieben Bauteile wurden gemäß klimaaktiv Vorgaben getrennt bewertet und erreichten zwischen 785 und 818 Punkten, also durchwegs eine „Silber“-Bewertung.

Der Baubeginn war im Juli 2022, die Fertigstellung ist für Sommer 2024 geplant.

bauXund setzt seit 20 Jahren im Rahmen des von bauXund entwickelten Chemikalien- und Produktmanagements bauökologische Konzepte für gesunde Raumluft und Klimaschutz um. Das „bauXund schadstoffgeprüft“ Prüfsiegel ist die Premium-Version dieser Begleitung mit strengeren Prüfkriterien, noch detaillierter Baubegleitung und verpflichtenden Raumluftmessungen.

Mag. Bernd Vogl, Leiter der MA20 Energieplanung der Stadt Wien

„Nachhaltigkeit geht immer von innen nach außen“

Mag. Bernd Vogl, Leiter der MA20 Energieplanung der Stadt Wien

© Christian Fürthner

„Nachhaltigkeit geht immer von innen nach außen“

Interview mit Mag. Bernd Vogl, Leiter der MA20 Energieplanung der Stadt Wien.

Das Interview führt Dr. Thomas Belazzi, Geschäftsführer der bauXund gmbh

Belazzi: Du beschäftigst dich schon lange mit Energiethemen und Bauen. Was waren wichtige Meilensteine?

Vogl: Ich bin seit 2011 der Leiter der MA20 Energieplanung der Stadt Wien und war davor 18 Jahre in der Energieabteilung des Umweltministeriums. Ich habe mich auch dort schon sehr intensiv mit der Baubranche, dem ökologischen Bauen und der Versorgung mit Erneuerbaren Energien beschäftigt. Themen waren damals etwa Solarbaugruppen, die Passivhaus-Entwicklung und der Staatspreis für Bauen und Nachhaltigkeit. Ich war viele Jahre auch der Projektleiter des klimaaktiv Programms im Ministerium.

Belazzi: Der Wechsel 2011 zur MA20 war daher eine große Veränderung?

Vogl: Nein. Ich kam in ein sehr ähnliches Tätigkeitsfeld, wechselte allerdings auf die Bundesländerebene. Das kam mir sehr entgegen. Ein wesentlicher Unterschied ist, dass man konkreter an Projekten dran ist. Die MA20 verantwortet ein breites Themenfeld, von der Abwicklung der PV- und Solarförderungen bis zum Städtischen Energieeffizienzprogramm. Sehr bald erweiterte sich unser Leistungsbild in Richtung der Strategieentwicklung für den Energiewandel, zuerst mit der Energieraumplanung für den Stadtentwicklungsplan STEP2025 und 2021 übernahmen wir die Entwicklung des Klimafahrplans. Ein weiteres aktuelles Aufgabengebiet ist „Partizipation und Klimaschutz“: 2022 startete es in drei Testbezirken, dem 5., 11. und 16.Bezirk. Zentral sind beim partizipativen Klimabudget Vorschläge der Bürger:innen, von denen die besten mit den verantwortlichen Fachabteilungen ausgearbeitet werden und dann jeweils eine Bezirks-Bürger:innen-Jury über die Umsetzung entscheidet. Die MA20 ist für die gesamte Organisation der großen „Maschine“ verantwortlich.

Das große Zukunftsthema ist allerdings der Wärmebereich, also „Raus aus Öl und Gas“. Wir arbeiten entsprechend dem Regierungsprogramm eine Strategie für die komplette Umstellung des Wärme- und Kältesektors bis 2040 aus. Die MA20 koordiniert dabei die Erarbeitung der Strategie, parallel dazu wird in der Baudirektion die Struktur für das große Umsetzungsprogramm vorbereitet.

Belazzi: Der Schwerpunkt liegt dann bei der Umstellung der Gebäudeenergieversorgung auf Erneuerbaren Energien in der Bestandstadt?

Vogl: Ja. Bisher war Focus auf den Neubau, nun geht es um den Bestandsbereich und dessen Umrüstung. Die nächsten 10 Jahre geht’s um gute Bestandslösungen. Das Projekt Geblergasse wird dabei eines der Modellgebäude sein. Es ist als Grundzeitobjekt energetisch gut saniert worden. Im Innenhof wurden Tiefensonden und eine Wärmezentrale mit Wärmepumpe gebaut. Über diese Anlage könnten noch einige Nachbargebäude mitversorgt werden, was auch geplant ist. Solche Lösungen werden im Bestand ohne Fernwärme-Versorgungsmöglichkeit zukünftig eine wichtige Option sein. Es gibt auch schon weitere Projekte, interessant in dem Zusammenhang jedenfalls auch die Innovationen der Sozialbau wie in der Miesbachgasse, wo Gasthermen über den Dachboden sukzessive durch eine zentrale Luft-Wärmepumpe ersetzt werden.

Belazzi: Ich kenne die MA20 auch als Impulsgeber von innovativen Projekten.

Vogl: Auch das ist unsere Rolle, im Rahmen des zukünftigen Programms. Wir werden uns einerseits um die Energieraumplanung im Bestand kümmern, weil es die Voraussetzung für eine zielgerichtete Umsetzung ist. Es muss einfach klar sein, wo welche Infrastruktur angeboten wird, in erster Linie Fernwärme. Für die Innovationsprojekte wollen wir eine Struktur schaffen, in der in unterschiedlichen Gebäudekategorien mit verschiedenen technologischen Innovationen an Lösungen in konkreten Umsetzungsprojekten gearbeitet wird. Das soll die Basis für weitere Maßnahmen im Förderbereich, aber auch bei den rechtlichen Rahmenbedingungen sein.

Belazzi:Was waren Meilensteine in der Veränderung?

Vogl: Am Beginn im Jahr 2011 war das Ziel, nur mehr Erneuerbare im Wohnungsneubau und im Bestand Fernwärme einzusetzen. Das war damals noch umstritten, heute hat sich das geändert. Die von uns 2013 vorgestellten Lösungen wie Anergienetze und Wärmepumpen-Lösungen sind heute bereits etabliert. Zum Beispiel für das Wiener Quartier „Viertel Zwei“, in dem aufgrund seiner gemischten Gebäudenutzung ein Anergienetz umgesetzt wurde. Der Bauträger Kallco hat das „KlimaLoop“ Konzept entwickelt und setzt es seit Jahren breit um. Andere Bauträger setzen ebenfalls bereits auf Wärmepumpe mit Tiefensonden.

Ein weiteres Thema ist die Betonkernaktivierung. Die Bauträger M2plus Immobilien und Neues Leben haben 2019, vom Ministerium und MA20 unterstützt, beim Wohnbauprojekt MGG22, benannt nach der Adresse Mühlgrundgasse 22, diese erstmals großflächig realisiert. Und dies war dann wieder Impuls für andere innovative Planungsbüros, das Konzept aufzugreifen. Heute haben wir europaweit mit Bauteilaktivierung den Lead. Die Bauträger haben schnell verstanden, dass die Überhitzung in Innenräumen im Sommer sich so kostengünstig lösen lässt. Der nächste Entwicklungsschritt war dann in den städtischen Schulbau. Erstes Projekt war in der Seestadt Aspern der Campus Nord. Da Schulgebäude eine relativ ausgegliche Wärme-Kälte-Bilanz übers Jahr aufweisen, sind derartige Konzepte besonders günstig und die Sommertauglichkeit im Schulbau wird immer wichtiger. Das erklärt auch den Schwenk von Fernwärme auf erneuerbare Wärme und Kälte.

Belazzi: Was ist das Besondere am Schulcampus Seestadt-Nord?

Vogl: Es wird mit Wärmepumpe, Tiefenbohrungen und Bauteilaktivierung beheizt und gekühlt und hat viel PV am Dach. Etwa 90-95 % der erforderlichen Energie wird vor Ort produziert. Da brauche ich keinen „Putin“ oder Energie aus anderen politisch instabilen Weltregionen . Da brauche ich nur Erde und Sonne und etwas Windstrom aus der Region für den verbleibenden Strombedarf. Die Energierechnung wird günstig sein, was den Bezirk freut. Und Lehrer:innen sind auch glücklich, weil das Gebäude nicht überhitzt und sie dadurch gut unterrichten können. Dieser ist nun eigentlich zum Modell für die Neubauprojekte der Stadt Wien geworden.

Gute Konzepte können auch einfach sein! Ganz wichtige Nachricht: So viel Energie wie möglich vor Ort gewinnen. Gerade in der Krise wie jetzt, das macht dich resilient.

Nachhaltigkeit geht immer von innen nach außen. Je näher, desto besser. Das gilt für Energie ebenso wie für Baustoffe. Wenn du den inneren Kreis optimiert hast, dann gehst du weiter. Die heutigen Versorgungskrisen zeigen, dass Regionalität auch heute schlau ist.

Belazzi: Bei Gebäuden steht der Wärme-, Kälte- und Strombedarf zumeist im Vordergrund. Der Energieaufwand für die Herstellung der Baustoffe, die sogenannten „grauen Energien“, ist viel weniger Thema. Und dies, obwohl es bei hochenergieeffizienten Gebäuden bis zu 50 % der Energiebilanz aus Errichtung und 30-jährigen Betrieb ausmachen kann.

Vogl: Die Herstellungsenergien der Baustoffe sind für uns auch ein Thema, sie sind aber schwieriger festzumachen. Holzbau etwa ist seit Jahren ein Thema. Man landet bei schwierigen Bewertungen. Ganz wichtige Themen für uns sind nutzungsoffene Strukturen, die Gebäude langlebiger machen und eine gute Rückbaubarkeit. Auch die Recyclingraten müssen erhöht werden. Man muss die Verantwortlichkeiten erhöhen, d.h. die gesetzliche Verpflichtung einführen, dass Produkte von den Herstellern nach dem Nutzungsende auch wieder zurückgenommen und recycliert werden. Sonst kommen wir nie zu einer Kreislaufwirtschaft.

Belazzi: Wenn du einen Wunsch an eine Fee hättest, der sicher in Erfüllung geht, was wäre dieser?

Vogl: Ich wünsche mir für diese Erneuerbare Lösungen im Bestand abseits der Fernwärme eine intensive technologische Entwicklung, die gut umsetzbar und für die Kund:innen leicht zugänglich ist. Ich erwarte Innovationen auf Basis von Wärmepumpen. Ich wünsche mir von der Fee, dass es sehr innovativ wird und schnell geht.

Wien, im September 2022

Die Qual der Audit-Wahl

Schulcampus Seestadt-Nord

Schulcampus Seestadt-Nord

Hausfeld, Bauplatz M3

Hausfeld Bauplatz M3 © KIBB Immobilien GmbH

Helix

Helix © planquadr.at

Regnerweg

Regnerweg © VIE REG GmbH & Co KG

Rosental

© VI-Engineers EIS Projektgesellschaft GmbH & Co KG

Simone-Veil-Gasse 14

Simone-Veil-Gasse 14 © expressiv.at

Taborama

Taborama © JamJam

Die Qual der Audit-Wahl

klimaaktiv, ÖGNB, ÖGNI/DGNB, LEED oder BREEAM – was ist die richtige Wahl? Diese Frage ist eine bauXund derzeit sehr oft gestellte. Und die Antwort ist keine einfache, denn die Entscheidung hängt stark von den projektspezifischen Rahmenbedingungen ab.

Im Folgenden einige zentrale Fragen mit bauXund-Antworten.

1) Wie soll das Objekt verwertet werden?
Investoren wollen sehr oft ein Gebäudezertifikat. Welches hängt insbesondere von der Portfolio-Gestaltung und internen Vorgaben des Investors ab. Bei einem Verkauf des Gesamtgebäudes ist das DGNB-Zertifikat eine oft gewählte Option, da es im deutschsprachigen Raum und darüber hinaus gut etabliert ist, was auch einen Mehrwert bei einem etwaigen späteren Weiterverkauf der Immobilie bringt. US-amerikanische Investoren bevorzugen vielfach das US-Label LEED.
Beim Einzelwohnungsverkauf ist das klimaaktiv-Zertifikat eine oft gewählte Option. Für die Wohnungskäuferin / den -käufer ist das von der Republik Österreich verliehene Gebäudezertifikat mit Focus auf Klimaschutz ein übersichtliches und leicht verständliches mit einem einprägsamen Namen.
Das ÖGNB-Zertifikat, das im Wiener Stadtquartier Seestadt Aspern für alle Gebäude umgesetzt werden muss, hat dort die meisten umgesetzten Projekte. Von manchen Investoren wird dieses auch als Alternative zum klimaaktiv Zertifikat verwendet, da es, im Gegensatz zu klimaaktiv, keine Mindeststandards („Muss-Kriterium“) festsetzt.

2) Wie umfassend bilden die Gebäudebewertungen die Gebäudequalitäten ab?
klimaaktiv fokussiert auf das Thema Klimaschutz durch energieeffiziente Gebäude, Art der eingesetzten Energien, Eigenproduktion am Gebäude, Herstellungsenergien der Baustoffe und Mobilität und setzt dafür vielfach Mindeststandards („Muss-Kriterien“).
Alle anderen angeführten Gebäudezertifikate bilden das Gebäude umfassend ab, bewerten zusätzlich weitere technische und soziale Kriterien wie Barrierefreiheit, Brand- und Schallschutz etc.

3) Gibt es Synergien zwischen Gebäude-Audits und Due-Diligence-Prüfungen?
Bei der Due-Diligence-Prüfung wird ein Gebäude sorgfältig auf wirtschaftliche, rechtliche, steuerliche und technische Verhältnisse analysiert. Im Rahmen von Gebäudezertifizierungen wie ÖGNI/DGNB werden viele technische Nachweise so detailliert rechnerisch und/oder messtechnisch geprüft und gut strukturiert dokumentiert, dass diese im Rahmen einer Due-Diligence-Prüfung eines Gebäudes eine wichtige Rolle spielen und auch den Prüfaufwand und damit die Kosten reduzieren helfen. Für Zertifizierungen wie klimaaktiv, die keine umfassende technische Prüfung beinhalten, gibt es diese Synergien nicht. Das DGNB/ÖGNI-Zertifikat stellt in diesem Zusammenhang ein zivilrechtlich verbindliches Gutachten dar.

4) Gebäudezertifikate haben unterschiedliche Auszeichnungsniveaus. Wodurch unterscheiden sie sich?
klimaaktiv und ÖGNB haben beide ein 1000 Punkte Bewertungsschema, ab 900 Punkten wird das „Gold“-Zertifikat ausgestellt. Bei klimaaktiv gibt es noch „Silber“ (ab 750 Punkten) und „Bronze“, wofür „nur“ alle 13 Muss-Kriterien des Prüfkatalogs erfüllt werden müssen. Diese sind auch für „Gold“ und „Silber“ verpflichtend. Seit 2017 ist ein Muss-Kriterium der Ausschluss von fossilen Energieträgern wie Gas, damals noch ein kleiner Aufreger, heute nicht mehr.
DGNB und LEED haben einen „Platin-Gold-Silber“ Auszeichnungskatalog, d.h. „Gold“ ist daher nur die zweitbeste Bewertung (ab 65 % aller Punkte), „Silber“ gibt es ab 50 %, „Platin“ ab 80 %. BREEAM hat ein fünfstufiges System ohne Metallfarben von „outstanding“ (außergewöhnlich) bis „passed“ (bestanden).

5) Gibt es Gebäudezertifikate für unterschiedliche Nutzungstypen?
Ja, etwa für Büro-, Wohn-, Bildungs-, Gesundheits- und Handelsgebäude. Und natürlich wird unterschieden zwischen Neubau und Sanierung, bei klimaaktiv gibt es etwa noch die weitere Kategorie „Sanierung im Denkmalschutz“.

6) Wie läuft ein Audit grundsätzlich ab?
Bei Einbindung der Auditorin / des Auditors zu Planungsbeginn kann diese/r dem Planungsteam inhaltliche Benchmarks für die wichtigsten Themen vorgeben. Diese orientieren sich sowohl am gewählten Zertifizierungssystem als auch am Zertifizierungsziel (Gold, Silber, etc.).
Die eigentliche Gebäudezertifizierung besteht aus drei Abschnitten. Der erste ist die Erstbewertung der Planung, oft auch „Precheck“ genannt. Koordiniert durch die Auditleitung liefern die Fachplaner:innen die erforderlichen Daten. Zu diesem Zeitpunkt liegt der Energieausweis und zumindest der Vorentwurf schon vor. Hier wird geprüft, ob das Projekt das Zertifizierungsziel erreichen kann bzw. in einem zweiten Schritt, welche ergänzenden Maßnahmen eventuell dafür notwendig sind. Aufbauend auf den Precheck erfolgt die Datensammlung für das Vorzertifikat, die zur Einreichung bei der Audit-Prüfstelle zu einer Konformitätsprüfung führt. Nach Abklärung aller eventuell noch offenen Fragen der Prüfstelle, wird das Vorzertifikat ausgestellt. Dieser Ablauf wiederholt sich in der Bauphase bis Baufertigstellung für die Einreichung und Konformitätsprüfung für das Endzertifikat, das dann auch messtechnische Nachweise und andere Dokumentationen des fertiggestellten Gebäudes beinhaltet.

7) Gibt es bei allen Zertifikaten Muss-Kriterien?
Nein. klimaaktiv hat 13 Muss-Kriterien, die (wie der Name schon ahnen lässt) alle erfüllt werden müssen. ÖGNB hat keine, ÖGNI/DGNB nur zwei zur Raumluftqualität und Barrierefreiheit. LEED und BREEAM haben ebenfalls jeweils einige. Jene von klimaaktiv sind aus bauXund-Sicht die anspruchsvollsten und daher wichtige Planungsvorgaben.

8) Wer steht hinter den Audit-Systemen?
klimaaktiv ist eine staatliche österreichische Auszeichnung, alle anderen Systeme werden von privaten Vereinen bzw. Organisationen ausgestellt. Die Wurzeln der ÖGNB-Kriterien liegen in Österreich, jene von DGNB in Deutschland, von BREEAM in Großbritannien und von LEED in den USA.

9) Verrechnen alle Zertifizierungssysteme Audit-Gebühren?
Auch hier ist klimaaktiv anders als alle Mitbewerber. Es gibt keine Auditgebühren für den Bauherrn, diese werden vom Klimaschutzministerium übernommen, weil jedes klimaaktiv Projekt ein Beitrag zur Umsetzung der Klimaschutzziele der Bundesregierung ist. Die anderen Systeme verrechnen Gebühren, die mit der Gebäude-BGF steigen. Beispiel: Ein 10.000 m² BGF Gebäude hat für Mitglieder bei ÖGNI bzw. ÖGNB ca. EUR 7.000,-- Auditgebühren.

10) Bekommt man für die Umsetzung eines Gebäude-Audits eine Förderung?
Nein, dafür bekommt man keine Förderungen.
Eine klimaaktiv Auszeichnung kann aber als Qualitätsnachweis für eine Umweltförderung gefordert sein. So ist etwa bei der Förderschiene „Mustersanierungen“ für betrieblich genutzte und öffentliche Gebäude eine klimaaktiv Gold Zertifikat eine Fördervoraussetzung. Auch manche Landeswohnbauförderungen haben erhöhte Fördersätze für klimaaktiv Gebäude.
>> Weitere Beispiele dafür

11) Ist die EU-Taxonomie-Verordnung ebenfalls als Gebäudeaudit zu sehen?
Ja, weil es in sechs ausgewählten Bereichen (z.B. Klimaschutz, Klimawandelanpassung, Schutz von Ökosystemen und Biodiversität) mit anspruchsvollen Vorgaben das Objekt bewertet.
Eine umfassende Gebäudebewertung stellt die Taxonomie derzeit aus bauXund-Sicht nicht dar. Sie wird aber nach bauXund-Einschätzung in den kommenden Jahren aufgrund von EU-weiter gesetzlicher Vorgaben stark an Bedeutung gewinnen.

Gold für Arbeiterkammer in Baden

AK NÖ Baden

Neubau Straßenansicht © Gregor Nesvadba

AK NÖ Baden

Neubau Hofansicht

AK NÖ Baden

Frühere AK-Zentrale Baden (2019)

Gold für Arbeiterkammer in Baden

Die Arbeiterkammer Niederösterreich hat in Baden eine neue Bezirksstelle für die modernen Anfordernisse der Mitgliederberatung errichtet. Im Stadtzentrum, direkt in der Fußgängerzone, wurde ein zweigeschoßiger Büroneubau mit etwa 3.700 m2 Bruttogrundfläche und einer Tiefgarage errichtet. Sie wurde nach den Kriterien der ÖGNB (Österreichische Gesellschaft Nachhaltiges Bauen) auditiert und mit 907 Punkten - und damit der Besteinstufung „Gold“ - ausgezeichnet.

bauXund war bei diesem Projekt als Konsulent umfassend tätig. 2017/2018 erfolgte die Befundung der beiden Bestandsobjekte, um gemäß den gesetzlichen Vorgaben der Recycling Baustoff Verordnung ein Rückbaukonzept zu erstellen und die Schad- und Störstoffe zu identifizieren. Diese Unterlagen waren dann Grundlage der Ausschreibung des Abbruchs, der von bauXund im Zuge einer Rückbaubegleitung im Jahr 2020 unterstützt wurde. Bei diesem war auch Baukarussell bei der Weiterverwendung von ausgewählten Baustoffen eingebunden.

Zusätzlich war bauXund der Auditor der angestrebten ÖGNB-Gebäudezertifizierung und zusätzlich mit der baubegleitenden Kontrolle des bauökologischen Konzepts befasst. Im Frühjahr 2022 erfolgte die Besiedlung des neuen Gebäudes und kurz danach konnte auch das ÖGNB-Audit mit 907 Punkten sehr erfolgreich abgeschlossen werden.

„bauXund war beim AK-Projekt in Baden umfassend mit allen bauökologischen Themen im abzubrechenden Gebäudealtbestand wie auch im Neubau und der Koordination der Zertifizierung befasst“, sagt bauXund-Geschäftsführer Dr. Thomas Belazzi. „Solche Projekte sind für uns besonders spannend und freuen uns sehr. Das „Gold“-Zertifikat des ÖGNB-Audits belegt, dass der Bauherr hier ein nachhaltiges Gebäude errichtet hat“ schließt Belazzi.

download ÖGNB-Plakette, Arbeiterkammer, 2500 Baden, (pdf)

Nordbahnhof Bf.6a1

Nordbahnhof Bf.6a1

Nordbahnhof Bf.6a1

© BEHF Ebner Hasenauer Ferenczy ZT GmbH

Nordbahnhof Bf.6a1

Nordbahnhof Bf.6a1

Im neuen Nordbahnhofviertel entsteht auf Baufeld 6a1 im 2. Wiener Gemeindebezirk, direkt neben der Endstation der Straßenbahnlinie „O“ ein Wohnprojekt mit 74 freifinanzierten Wohnungen. Das Gebäude wird von Strabag Real Estate entwickelt. Der Baubeginn war 2021, die Fertigstellung ist für 2023 geplant.

Das Projekt wird nach den Kriterien der ÖGNI (Österreichische Gesellschaft für Nachhaltige Immobilienentwicklung) zertifiziert.

Die bauXund-Beratungsleistungen:

  • bauXund wurde mit dem ÖGNI-/DGNB-Audit dieses Projekts beauftragt.
  • Weiters wurde bauXund mit der Koordination der Umsetzung der Kriterien der EU-Taxonomie Verordnung beauftragt.
  • bauXund begleitete die Ausschreibung und stellte die Integration der o.a. bauökologischen Vorgaben nach DGNB und EU-Taxonomie des Bauvorhabens sicher.
  • Mit dem bauXund Chemikalien- und Produktmanagement überwacht bauXund die Einhaltung der bauökologischen Qualitätskriterien, in der Bauphase in enger Abstimmung mit dem Generalunternehmer.
  • Das Hauptaugenmerk bei der bauökologischen Begleitung gilt der Minimierung des Einsatzes von gesundheits- und umweltschädlichen Produkten und Chemikalien, insbesondere zur Vermeidung von klimaschädlichen HFKW, von PVC, Bioziden, Schwermetallen und organischen Lösungsmitteln (VOC).
  • bauXund wird die Raumluftmessung (VOC, Formaldehyd) als Nachweis der erreichten Innenraumluftqualität vor Übergabe koordinieren.
  • bauXund wird für die erbrachten bauökologischen Leistungen, die für die ÖGNI-/DGNB-Zertifizierungen und die EU-Taxonomie Verordnung relevant sind, die Nachweise zusammenstellen.
Bruckneudorf

Bruckneudorf

Bruckneudorf

Bruckneudorf

Bruckneudorf

Bruckneudorf

Die Landwirtschaftliche Bundesversuchswirtschaften GmbH, kurz BVW, ist Eigentümerin eines ca. 1900 errichteten Gebäudes in Bruckneudorf, das in den letzten Jahrzehnten überwiegend als Wohngebäude genutzt wurde.

Nun soll dieses seit einigen Jahren leerstehende Gebäude generalsaniert und 7 hochwertige Wohneinheiten errichtet werden. Dieses soll auch klimaaktiv zertifiziert werden.

bauXund setzt seit 20 Jahren im Rahmen des von bauXund entwickelten Chemikalien- und Produktmanagements bauökologische Konzepte für gesunde Raumluft und Klimaschutz um. Die Umsetzung der bauökologischen Kriterien erfolgte durch deren Integration in die Generalunternehmer-Ausschreibung und sie wurden damit Vertragsbestandteil des GU. bauXund prüft die vom GU und seinen Subunternehmern verwendeten Produkte vor deren Einsatz und stellt anschließend durch baubegleitende Kontrollen deren Verwendung sicher.

Die bauXund-Beratungsleistungen:

  • bauXund ist mit dem klimaaktiv Audit beauftragt.
  • Mit dem bauXund Chemikalien- und Produktmanagement wird die Einhaltung der bauökologischen Qualitätskriterien in der Bauphase sicherstellen.
  • Das Hauptaugenmerk gilt der Minimierung des Einsatzes von gesundheits- und umweltschädlichen Produkten und Chemikalien, insbesondere zur Vermeidung von klimaschädlichen HFKW, von PVC, Bioziden, Schwermetallen und organischen Lösungsmitteln (VOC).
  • bauXund koordiniert die Raumluftmessung (VOC, Formaldehyd) vor Übergabe. Diese soll die sehr gute Raumluftqualität belegen und damit der messtechnische Nachweis für die Gebäudezertifizierungen sein.